Raubtierfütterung vs. Unabhängigkeit

Heute habe ich mich zufällig mit einer ebenfalls Neu-Mutter unterhalten. Wir beide stillen und – wie bereits früher erwähnt – es klappt ganz gut. Die kleine Kröte nimmt ordentlich zu, auch wenn der Rhythmus durchaus noch als wackelig zu bezeichnen ist. Aber was will man erwarten? Der Wunderstumpen ist gerade einmal 2 Wochen alt. Viel zu früh um die Erwartungen der Eltern zu erfüllen! Insgesamt läuft also die Nahrungsaufnahme super. Wunderstumpen wird satt und Rabenmama wird die Milch los, was in regelmäßigen Abständen Wohlgefallen auslöst. Denn, ich sag’s euch wie es ist, volle Brüste spannen unheimlich! Da freut man sich direkt auf das nächste hungersignalisierende Quäken! Und, auch das könnt ihr mir glauben, es kommt! Und zwar schneller als man glaubt.

Nun ist es so, dass die Rabenmama ein etwas zeitintensives Hobby hat, dem sie gerne ab Januar wieder nachgehen möchte: Die Rabenmama ist Schiedsrichterin. Und das Schiedsrichten kostet durchaus viel Zeit: Anreise zu den Spielen, die nicht immer direkt ums Eck sind, Vorbereitungszeit, also in einer gewissen Ruhe ankommen, noch ein Käffchen trinken vielleicht, das tatsächliche Spiel, umziehen und hinterher quatscht man oft noch eine Runde. Insgesamt können da locker 6-8 Stunden bei drauf gehen, gerne auch mal mehr. Und hier kommt die Krux: Der Wunderstumpen ist weit davon entfernt, 6-8 Stunden keinen Hunger zu haben. Zufällig ist eben jene erwähnte ebenfalls Neu-Mutter auch Schiedsrichterin und wir sind beide der Meinung, es gibt nur eine Lösung: Abpumpen!

Bereits im Krankenhaus habe ich spaßeshalber einmal das Abpumpen getestet und natürlich auch, ob die kleine Kröte die Flasche und anschließend auch wieder die Brust nimmt. Zum Glück scheint es an dieser Front keine Probleme zu geben. Das Abpumpen an sich jedoch ist ein gar lustiger Vorgang, bei dem man sich, angeschlossen an eine elektrische Pumpvorrichtung, durchaus ein wenig fühlt wie eine Milchkuh. Auch die schmatzenden Geräusche des Maschinchens erinnern eher an eine Molkerei denn an ein subtiles Pumpdingens.

Nichts desto trotz benötigt die Rabenmama dieses Pumpgerät, um sich ein Stück Unabhängigkeit zur Ausübung ihres Hobbies zu erkaufen. Ich rede es mir auch gern schön, indem ich sage, dass der Rabenpapa so auch in den Genuss des Fütterns kommt. Es ist nämlich durchaus ein erhabenes Gefühl, das eigene Kind mit dem Inhalt seiner Brüste satt zu bekommen. Nun, ganz so wird es für den Rabenpapa vermutlich nicht laufen – es würde mich zumindest doch irgendwie schwer wundern, wenn er – ach vergessen wir das. Aber satt kriegt er sie schon auch mit dem Fläschchen!

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