Die Reisebettchenverdoppelung

In der Regel benötigt man pro Kind ein Reisebettchen. Relativ einfache Rechnung bei uns: 1 Kind = 1 Bett. Sollte man meinen. Nicht so, wenn man neben Kind und Bettchen auch noch der Rabenpapa mit im Gepäck ist. 

Es trug sich wie folgt zu: Die ganze Rabenfamilie begab sich in den Urlaub. Na gut, Urläubchen. Wir fuhren also nach Berlin zum Geburtstag der Rabenoma. Große Aufregung, war es doch der erste Nestübernachtverlassenausflug der Schnabelprinzessin. Die erste Nacht war kaum vorbei, da legte sich der Rabenpapa mit dem Wonnenachwuchs zu einem dringend benötigten Vormittagsschläfchen aufs Bett – wohl gemerkt, nicht aufs Reisebett. Locker lässig, wie der Flattervater nun einmal ist, ließ er das linke Bein aus dem Matratzenlager hängen und schlief gemütlich mit der Schlafschnecke ein. Ein erholsames Nickerchen später wollten die beiden frisch ausgeruhten aufstehen. Guter Plan soweit. Auch recht einfach in der Umsetzung. Gerade stehend bemerkte nun aber der Rabenpapa ein unaufhaltsames Abdriften nach links unten. Dem Boden entgegen sausend – hier sei angemerkt, dass die kleine Kröte noch immer auf seinem Arm war – reagierte der flügelgestutzte Vater blitzschnell: während er fiel, bugsierte er noch flux den Nachwuchs im vorbeisausenden Reisebettchen, um selbiges auch gleich noch als Sturzbremser einzusetzen. 

Und nun die Story aus der mütterlichen Sicht: Mann & Kind schlafen, wie schön! Die kurze Freizeit muss gewinnbringend genutzt werden! Wie? Lesen! Also gemütlich eingekuschelt schnell ein paar Zeilen des aktuellen Bichstabenvergnügens verschlungen, schon hört die Rabenmama wieder Aktivität übers Babyphone. Da begrüßt der Rabenpapa das kleine Flattervieh auch schon wieder zurück unter den Ausgeschlafenen. Schön, dann kommen meine beiden Lieblingsmenschen ja gleich! Doch, häää, wieso legt er das Kind denn jetzt ins Reisebettchen und warum so unsanft, dass das Babyphone klingt, als wäre es soeben auf den Boden katapultiert worden? WAS MACHT ER DENN DA NUR?! Und plötzlich schallt es aus dem Schallübertrager: “Schaaaaaaatz?!” Leicht verärgert setzt die Rabenmama über den kurzen Gang zum Landeanflug im Babyimprozimmer an und findet folgendes vor: ein knieverschrammter, schreckensblickender Rabenpapa am Boden, nebst Babyphone. Eine etwas irritiert aus dem verbeulten Reisenettchen guckende Tochter, etwas Blut am väterlichen Knie und in einer gefühlten Nanosekunde durchlebte die Rabenmutter folgende Emotionsachterbahn: Verwunderung, Realisierung, Angst, Schock, Panik, Erleichterung, Milchspendereflex, Heulkrampf, Lachflash. Nach einer ersten Beulenbestandsaufnahme (alle beim Vater!) konnten wir dann also erstmal n neues Reisebettchen besorgen gehen. Nach genau einer Nacht im Einsatz. Guter Product Lifecycle! 

Die Spielneurose

Äh, hi. Ich bin die Rabenmama. Jaaaaa, ich lebe noch. Komisch, oder? Habe ich gefühlt grad vorgestern schonmal geschrieben. Ich werde mich bessern und wieder regelmäßig schreiben. Hmpf! Spielen mit dem rabenmütterlichen Nachwuchs ist derzeit ungefähr das Tollste. Wirklich. Die...